See-beyond

Betrachten wir das Bild eines Malers. Was wir sehen, sind Farben und Formen. Wer sagt uns, was er damit ausdrücken will? See beyond, blicke darüber hinaus, frage, erforsche, was er anzusprechen und auszusprechen beabsichtigt haben könnte. Hier verschiebt sich der Blickwinkel der Aufforderung, denn hier bedeutet das „darüber hinaus“, das „see beyond“, in das Innere des Menschen hinein zu blicken. Hier hat jeder Einzelne für sich selbst abzuwägen, wieweit er bereit ist, sich dem Neuen, dem Unbekannten und dadurch auch dem zu öffnen, was der Künstler gemeint haben könnte. Dass dabei das Wesentliche von jedem Individuum anders gesehen wird, liegt in der Natur der Sache. Dieses Wesentliche, das, wie St. Exypery` sagt, für das Auge unsichtbar sei, weil es hinter dem Vordergrund liegt und in gewisser Weise von ihm überdeckt wird, macht den Wert der Kunst und ihrer Betrachtung aus. Ein jeder Blick öfnet neue Welten und so wird jedesmal wieder neu über Wert und Unwert, Schönheit oder Grauen zu diskutieren sein. Mit einem Wort: Schönheit liegt im Auge des Betrachters (beauty lies in the eye of the beholder). Eine objektive Beurteilung eines Kunstwerks ist naturgemäß auf solchem Wege nicht möglich und auch nicht wünschenswert. Die Vielfalt dieser „rates“ macht aber ihre unvergleichliche Kostbarkeit für jeden Einzelnen von uns aus.